
Der Weinstock ist einerseits das edelste und kostbarste Gewächs. Von Dichtern gerühmt, in Liedern besungen. Wein erfreut das Herz. Seit Menschengedenken steht er für Festfreude und Frohsinn, wenn der Alltag Pause macht und das Leben in einer höheren Tonart schwingt.
Auch im Leben der Israeliten spielt der Wein eine bedeutende Rolle und Jesus selbst hat beim Abendmahl seiner Vorfreude darüber Ausdruck verliehen, dass er im Reich seines Vaters erneut mit den Seinen vom Gewächs des Weinstocks trinken werde. Gemeinsam Wein trinken – ein Bild unbeschwerter Gemeinschaft. Der Weinstock ist also einerseits das edelste und kostbarste Gewächs. Aber derselbe Weinstock ist, aus einem anderen Winkel betrachtet, das nutzloseste aller Gewächse. Sein Holz ist zu nichts zu gebrauchen. Was aber macht den Unterschied, ob er das edelste oder das nutzloseste aller Gewächse ist? – Nur das Eine: ob er gute Frucht bringt oder nicht.
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