In der biblischen Erzählung, die dem heutigen Palmsonntag zugrunde liegt, zeigt Jesus eine ungeheure Kraft zu gestalten und sich durchzusetzen. In jeder Phase des Geschehens ist er seiner mächtig. Er lebt und lässt sich nicht von anderen leben. Souverän sieht er voraus und dekretiert, wie der Esel aufgefunden und beansprucht werden soll. Er setzt den Einzug in Jerusalem nach prophetischen Texten in Szene. Im Anschluss an den Einzug geht er in den Tempel und nimmt die Dinge in die Hand, stößt die Tische der Geldwechsler um, treibt die Händler hinaus, stört den üblichen Betrieb und ruft die Tempelpolizei auf den Plan. Hier erleben wir einen anderen Jesus, einen, der sich durchsetzt. Aber in der Mitte der Ereignisse gibt es jene Stille, jene Passivität Jesu, wo er eine Chance zur Durchsetzung nicht ergreift. Was hat das für eine tiefere Bedeutung?

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