
Dreimal fragt der Auferstandene den Simon: :„Liebst du mich?“ Der wollte immer allen voraus sein, wollte stärker. gläubiger, energischer sein und hat immer als erster den Mund offen gehabt – und sehr voll genommen. Jesus hatte ihm den Namen Kepha gegeben, Fels, griechisch Petros. Aber dort, in dem Innenhof in Jerusalem, in dem er Jesus drei Mal verleugnet hatte, da war der vermeintliche Fels zerbröckelt. Jesus stellt seine Frage nicht, um Petrus, von dem nur mehr der kleine Simon übriggeblieben war, zu quälen. Jesus stellt diese Fragen, um Wahrhaftigkeit zwischen sich und Petrus herzustellen. Eine verlogene Scheinnettigkeit, wo die Dinge einfach unter den Teppich gekehrt werden, ist keine tragfähige Grundlage eines engagierten Lebens mit Berufung. Jesus Christus weiß besser als wir alle, dass uns schmerzhafte Ehrlichkeit nicht erspart werden kann, wenn etwas Echtes entstehen soll. Um standfest zu werden, müssen wir vom Podest unserer Selbstverliebtheit gestoßen und mit unserer Kleinheit konfrontiert werden.
Zum Anhören:
Zum Nachlesen: