
Die meditativen ersten Sätze des Johannesevangeliums sind wie die Ouvertüre zu einem großen Musikdrama. Der greise und eigenwillige Philosoph unter den ersten Christuszeugen will uns in einen Kosmos entführen, der außerhalb unserer Zeit liegt – und vor aller Zeit. Es ist kein in sich ruhender, kreisender Kosmos, in dem die Gestirne, unbeeindruckt von irgendetwas anderem, ihre Bahn ziehen würden. Sondern dieser Kosmos ist als Ganzes in Bewegung. Er schraubt sich dabei nicht kreisend nach oben, immer weiter weg, sondern nach unten, immer näher an unsere Welt heran. In den geheimnisvollen Bewegungen schlägt ein weises, leidenschaftliches Herz voller Güte. Wie das Licht der Sterne sich über Lichtjahre hinweg zu unserem kleinen blauen Planeten bahnt, so bahnt sich ein Wort, das Wort, seinen Weg zu uns. Denn auf unserem Stern grassiert der Tod, und seine Bewohner sind von dem Wahn benebelt, dass der uns suchende Gott eine Bedrohung sei, die man mit allen Mitteln abwehren müsse. Wir Menschen weisen Gott in seinem Wort ab, doch er zieht sich nicht zurück…
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