Der Judasbrief ist sehr kurz und besteht lediglich aus einem einzigen Kapitel. Mit dem „Judas“, der als Verfasser genannt wird, kann nicht der Verräter gemeint sein, sondern der in Markus 6,3 erwähnte leibliche Bruder Jesu.
Auch im Judasbrief wird sichtbar, dass sich die Christen von Anfang an mit verschiedenen Fehlentwicklungen des Glaubens auseinandersetzen mussten. In dem vorliegenden Schreiben befasst sich Judas mit Menschen, die zwar an den Liebesmahlen der Gemeinde teilnehmen, aber derart anders lehren und leben, dass er sich genötigt sieht die Notbremse zu ziehen: Er empfiehlt die entschiedene Trennung von solchen Leuten, falls sie nicht bereit wären, umzudenken und ihr Verhalten zu ändern. Offenbar glaubten diese Leute, den heiligen Geist in einem so hohen Maß zu besitzen, dass sie alle normalen ethischen Grundsätze als nebensächlich zur Seite wischen konnten.
Der Judasbrief beruft sich auf die zuverlässige Lehre, die durch die Apostel überliefert wurde (V.3). Er vergleicht die zügellose Lebensart der Irregeleiteten mit Negativbeispielen aus dem Alten Testament und jüdischen Schriften seiner Zeit. Die Menschen von Sodom und Gomorrha werden z.B. genannt. Die Christen aber haben ein zuverlässiges Fundament und gehen ihren Weg unter dem Segen göttlicher Verheißungen (V.20-21): „Ihr hingegen, liebe Freunde, sollt euer Leben auf der Grundlage des allerheiligsten Glaubens aufbauen – des Glaubens, der euch verkündet wurde und den ihr angenommen habt. Betet in der Kraft des Heiligen Geistes! Bleibt unter dem Schutz der Liebe Gottes und richtet eure Hoffnung ganz auf die Barmherzigkeit von Jesus Christus, unserem Herrn, der uns das ewige Leben schenken wird.“

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