Der Philipperbrief ist in einem besonders herzlichen Ton geschrieben. Paulus ist mit der Gemeinde in Philippi innig verbunden. Die Worte „Freude“ und „freuen“ treten immer wieder hervor, obwohl die äußere Situation des Paulus alles andere als erfreulich ist. Er sitzt in Haft und wartet auf sein Gerichtsurteil. Paulus rechnet sogar mit seiner Hinrichtung. Im Brief bedankt er sich für eine eben überbrachte großzügige Spende der Philipper. Von ihnen nimmt er materielle Unterstützung an, was sonst nicht seiner Art entspricht.
Der Brief gewährt auch Einblick, wie Paulus taktvoll ein Problem der Gemeinde anspricht: Um zwei Frauen, die beide in der Anfangszeit um die Gemeinde verdient gemacht haben, bildeten sich Lager. So etwas belastet den Frieden in der Gemeinschaft und bindet Kräfte, die anderswo fehlen.
In Kapitel 3 platzt Paulus in unerwartet heftigem Ton heraus. Er hat wohl, während er den Brief einem Schreiber diktierte, die Nachricht bekommen, dass sich Missionare in die Gemeinde Philippi gedrängt haben. Sie sind Paulus gegenüber äußerst kritisch und heben ihre jüdische Abstammung als Ausweis ihres überlegenen Wahrheitsanspruchs hervor. Paulus lässt sich zu deftigen Worten hinreißen und macht hoch erregt klar, dass Christus allein zählt und alles andere im Vergleich dazu wertlos ist.
Im Schlussteil findet der Apostel jedoch zurück zu dem anfänglichen, von Freude beschwing- ten Ton. Aus diesem Schlussteil stammen die vielleicht bekanntesten Worte des Philipperbriefes (Phil 4,4-7): „Freut euch zu jeder Zeit, was auch immer geschieht; freut euch darüber, dass ihr mit dem Herrn verbunden und in ihm geschützt seid! – Ich sage es noch einmal: Freut euch! Seid freundlich im Umgang mit allen Menschen. Ihr wisst ja, dass das Kommen des Herrn nahe bevorsteht. Sorgt euch um nichts! Wendet euch vielmehr in jeder Lage mit Bitten und Flehen und voll Dankbarkeit an Gott und bringt eure Anliegen vor ihn. Dann wird der Frieden Gottes, der weit über alles hinausgeht, was für die menschliche Vernunft nachvollziehbar ist, über euren Gedanken wachen und euch in eurem Innersten mit Jesus Christus verbunden halten.“

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