Die Apostelgeschichte steht im Aufwind der Zuversicht, dass das Evangelium mit der Kraft des Auferstandenen und des Heiligen Geistes die ganze Welt durchdringen wird. Wie auch das Lukas-Evangelium ist sie Theophilus gewidmet und stammt vom selben Verfasser. Sie ist also die Fortsetzung, der „zweite Band“, zum Lukas-Evangelium. Das ist außerordentlich bedeutsam, denn die Zeit zwischen der Auferstehung und der Wiederkunft Jesu wird nicht einfach als „Wartezeit“ eingeordnet, sondern erhält ihr eigenes Gewicht durch einen vollwertigen Auftrag. Sie ist die „Zeit der Mission bis an die Enden der Erde“.
Die Erzählungen von Evangelium und Apostelgeschichte überlappen sich in der Schilderung der vierzig Tage zwischen Ostern und Himmelfahrt. Jesus lehrt seine Jünger und beauftragt sie mit seiner Sendung: „Ihr werdet vom Geist Gottes erfüllt werden. Der wird euch fähig machen, überall als meine Zeugen aufzutreten: in Jerusalem und in ganz Judäa, in Samaria und bis ans äußerste Ende der Erde.“ Dieser Vers gibt gleichzeitig die Gliederung der Apostelgeschichte vor. Spannend und in kräftigen Farben wird das Kommen des Geistes zu Pfingsten geschildert. Er bringt das große Werk in Gang und tritt als eigentlicher Motor und Gestalter der urchristlichen Missionsbewegung hervor. Die entscheidende Etappe in der Ausbreitung des Evangeliums ist der Beschluss der zwölf Apostel, für Paulus den Weg zur Mission auch unter den nichtjüdischen Völkern freizugeben. Die Urgemeinde in Jerusalem wird zum Vorbild des christlichen Gemeindelebens. Erste Konflikte müssen gelöst werden. Dienste und Ämter entstehen. Eine besondere Rolle spielen in der Apostelgeschichte die Reden. Durch sie erkennt man, welche Weichenstellungen im Plan des Auferstandenen nun erfolgen. Man versteht die einzelnen Ereignisse in ihrem größeren Zusammenhang.

Vorstellungstext Apostelgeschichte (PDF) – HIER anklicken