Die Geschichte von der Witwe, die sich so restlos an Gott gegeben hat, beschließt das öffentliche Wirken Jesu. In Markus 14 beginnt die Passionsgeschichte wieder mit einer Frau. Auch diese verschwendete alles, was sie hat und ihr Leben sichern sollte, an Jesus. Es geht um die Salbung Jesu durch die Sünderin. Diese Frau brach eine verschweißte Glasampulle auf und goss die konzentrierte, überaus kostbare und teure Duftessenz über Jesus aus. Das war ihre Altersvorsorge, ihre Rücklage für besondere Notfälle. Und das hat sie an Jesus verschwendet. Wie die Witwe gab sie ihr Leben. Also zwei Geschichten von Frauen, die gegen alle Vernunft alles und dabei sich selbst geben, stehen im engsten Umfeld der Leidensgeschichte Jesu. Warum wohl? Weil die Leidensgeschichte von dem erzählt, der sein Leben für uns gab. Nicht viel oder wenig, sondern das unteilbar Ganze, in einem Stück, sich selbst. Vielleicht hatte Jesus so einen geschärften Blick für das Verhalten der Witwe, weil er selbst sich in ihr wiedererkannte. Nicht ein Groschen für mich, den zweiten als Opfergabe an Gott, sondern beide für Gott – ungeteilt.

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