
Wir kennen Petrus aus den Evangelien als einen vorschnellen und impulsiven Menschen, der viel gewagt und oft versagt hat – ein durch und durch authentischer Typ, mit dem wir uns leicht identifizieren können. Im Brief lernen wir einen anderen Petrus kennen, einen gereiften und fürsorglichen geistlichen Hirten.
Der 1. Petr zählt zu den sogenannten Katholischen Briefen. „Katholisch“ hat dabei keine konfessionelle Bedeutung. Hier leitet sich der Begriff von seiner Ursprungsbedeutung ab: „für alle“. Die Schriften, die zur Gruppe der „Katholischen Briefe“ gehören, haben demnach keine Einzelgemeinde als Adressaten. Sie richten sich allgemein an Gemeinden im damaligen Verbreitungsgebiet des christlichen Glaubens.
Der 1. Petrusbrief spricht Christen an, deren Glaube sich in einer feindlichen Umwelt bewähren muss. Sie werden von ihren Mitbürgern argwöhnisch beobachtet, verdächtigt, angefeindet und bei den Behörden angeschwärzt. In dieser Situation stellt der Brief den bedrängten Christen vor Augen, wie herrlich das Ziel ist, auf das sie zugehen und wie überschwänglich der Jubel sein wird, wenn sie ihren Herrn einst von Angesicht zu Angesicht sehen. Er macht ihnen Mut, nach dem Beispiel Christi alle Leiden geduldig zu ertragen. Auf keinen Fall sollen sie Böses mit Bösem vergelten und stets darauf bedacht sein, die Verdächtigungen ihrer Umwelt durch ein vorbildliches Verhalten zu widerlegen. Das ganze Leben soll ein Zeugnis ihres Glaubens sein. Aber wo sie herausgefordert werden, sollen sie die Hoffnung, aus der sie leben, auch mit Worten bezeugen. Doch sollen sie dabei freundlich und bescheiden auftreten.
Der 1. Petrusbrief ist voller bildstarker Texte, deren Kraft man sich nicht entziehen kann. Das Bild vom Haus Gottes aus lebendigen Steinen ist nur ein Beispiel dafür. Ein weiteres sind die Verse 2,24f, in denen die bekannte Prophezeiung über den leidenden Gottesknecht – mit anderen Motiven ergänzt – vor unser inneres Auge gemalt wird: „Er hat unsere Sünden mit seinem Leib auf das Holz des Kreuzes getragen, damit wir tot seien für die Sünden und für die Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr geheilt. Denn ihr wart wie irrende Schafe; aber ihr seid nun zurückgekehrt zu dem Hüter und Bewahrer eurer Seelen.“
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Predigt aus dieser Etappe
Vorstellungstext 1. Petrusbrief (PDF) – HIER anklicken
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