Der 1. Thessalonicherbrief ist der älteste Paulusbrief, der uns erhalten geblieben ist. Da Paulus darin erwähnt, dass Gallio in Korinth gerade das Amt des römischen Statthalters innehat, lässt sich der Brief recht genau auf die Jahre 51-52 n. Chr. datieren. Paulus selbst hatte die Gemeinde in der damals bedeutenden Stadt Thessalonich (heute: Saloniki) gegründet. Wahrscheinlich hielt er sich einige Monate dort auf, bis ein aufgehetzter Mob ihn und seine Begleiter vertrieb. Später erfuhr der Apostel, dass die noch ungefestigten Christen von ihren Mitbürgern verfolgt wurden. Weil er sie nicht selbst besuchen konnte, schickte er von Athen aus seinen Mitarbeiter Timotheus nach Thessalonich zurück. Dieser brachte ihm gute Nachrichten, zugleich aber auch eine wichtige Anfrage: Die Christen in Thessalonich waren offenbar beunruhigt, weil einige ihrer Mitglieder verstorben waren. Sie hatten erwartet, dass alle bis zur baldigen Wiederkunft Christi leben und dann zu ihm entrückt werden würden. In seinem Brief antwortet Paulus mit dem Hinweis, dass verstorbene und lebende Christen in gleicher Weise mit dem wiederkommenden Christus vereinigt werden. Weil aber der Zeitpunkt der Wiederkunft unbekannt ist, gilt es, zu jeder Zeit wachsam und eng mit Christus verbunden zu leben.
An mehreren Stellen des Briefes bringt Paulus seine Erleichterung und Freude über den erstaunlich festen Glauben der neubekehrten Christen zum Ausdruck, so auch gleich am Anfang (1,2-3): „Es vergeht kein Tag, an dem wir Gott nicht für euch alle danken. Jedes Mal, wenn wir im Gebet vor ihm, unserem Vater, für euch einstehen, erinnern wir uns daran, wie entschieden ihr euren Glauben in die Tat umsetzt, zu welch unermüdlichem Einsatz ihr aus Liebe bereit seid, und wie standhaft euch die Hoffnung macht, dass Jesus Christus, unser Herr, wiederkommt.“

Vorstellungstext 1. Thessalonicher (PDF) – HIER anklicken