
Die Apostelgeschichte steht im Aufwind der Zuversicht, dass das Evangelium mit der Kraft des Auferstandenen und des Heiligen Geistes die ganze Welt durchdringen wird. Die entscheidende Etappe in der Ausbreitung des Evangeliums ist der Beschluss der zwölf Apostel, für Paulus den Weg zur Mission auch unter den nichtjüdischen Völkern freizugeben. Lukas gelingt es, das Wirken des Paulus so zu bündeln, dass der Leser den roten Faden nicht verliert. Drei Missionsreisen werden übersichtlich und anschaulich erzählt. In den eigenen Briefen von Paulus finden wir Hinweise darauf, dass seine Missionstätigkeit einige Nebenschauplätze hatte, die in der Apostelgeschichte nicht thematisiert werden. Bei der Rückkehr des Völkerapostels nach Jerusalem kommt es zu unvorhersehbaren Geschehnissen, die zunächst sehr negativ erscheinen: Paulus wird von den jüdischen Behörden als Volks- und Glaubensverräter festgenommen. Da er jedoch die römische Staatsbürgerschaft besitzt, ist es ihm möglich, an das kaiserliche Gericht in Rom zu appellieren. Auf langen Wegen und Irrfahrten gelangt er schließlich ins Zentrum der Macht und kann genau dort Jesus Christus verkündigen. Damit zeigt sich, dass auch in den niederschmetternden Vorgängen um seine Verhaftung Gottes Führung steckte. In kaum einer anderen biblischen Schrift finden sich so häufig die Worte Freude, Kraft und Freimut. Sie geben der Apostelgeschichte einen dynamischen und siegesgewissen Charakter. In diesem Geist endet dann auch das Geschichtswerk mit dem Wort: „ungehindert“.
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